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Bibo Mobil - Fotos | Bibo Mobil - Model

Vom Entchen zum Bibo mobil


Vor ein paar Wochen ist von mir mal wieder einer meiner Träume in Erfüllung gegangen.
Noch bevor ich überhaupt meinen Führerschein in der Tasche hatte, wollte ich immer eine Ente ( Citroen, 2CV ) besitzen, aber damals, war man noch zu jung, war noch Schüler und hatte somit nie Geld, also auch kein Auto. Und so blieb es auch lange Zeit. Bis eben vor ein paar Wochen... mein Mann und ich kauften uns eine weiße Ente als Zweitwagen. Endlichein Auto zum Basteln, denn die gute Ente brauchte eine Menge Zuwendung. Erstmal damit angefangen, das die Wagenfarbe Weiß war. Für mich ist Weiß eher ein Zustand, als eine Farbe und das wollte ich dann so schnell wie möglich ändern. Doch ganz am Anfang mußten erst mal ein paar Buchstaben vom Auto entfernt werden: ENTCHEN stand da in großen schwarzen Lettern. So heißt wahrscheinlich fast jede Ente, dachte ich mir und riß mit Vergnügen die Buchstaben ab. Nun war die Ente erst mal namenlos, aber in meinem Kopf schwirrte schon eine Idee rum. Diese Ente sollte etwas Besonderes werden... ich dachte da an viele Gürteltiere. Aber erst mal war da die Aktion „ andere Wagenfarbe “.

In den folgendes Wochen bot sich aber erst mal nicht die passende Gelegenheit zur Veränderung... mal war das Wetter zu heiß oder der Wind wehte so stark das bei der Lackierung jede Menge Staub im Lack gewesen wäre... oder wir hatten wirklich mal keine Zeit. Doch für kleinere Arbeiten war immer genügend Zeit... so wurden zum Beispiel die grauen, speckigen Verkleidungen mit neuem OILILY Blumen - Stoff bezogen. Der erste Blickfang im Auto. Allerdings kam schnell der Zweite hinzu. Die Ente hat eine Art Hutablage. Ich bezeichne sie aber lieber als Ablageritze. Hier nahmen ein paar Perlsackgürteltiere Siehe auch Perlsack - Dillo ) platz. Ich denke sie fühlten sich und fühlen sich auch noch heute gürteltierisch wohl. Oder, was auch eine tolle Arbeit ist, das Streichen von allen weißen Teilen die im Innenraum weiß sind. Teilweise mußte man sich schon ziemlich strecken um überhaupt alle Stellen bemalen zu können. Besonders schön fand ich die Arbeit im Kofferraum, Streichen der Radkästen... sah ziemlich gekrepelt aus, wie ich da so im Kofferraum sitze und vor mich hinstreiche.

Nun ja, der Tag der großen Veränderung war da: die Ente sollte lackiert werden. Dahatte mein Mann, der Lackierer ist, ganz schöne Arbeit vor sich, denn ich mußte leider Arbeiten und konnte, obwohl ich das eigentlich unbedingt wollte, nicht ein Stück helfen ! Erst die nicht zu lackierenden Teile Abkleben... das alleine hat schon einen Nachmittag gebraucht, weil wie man ja weiß, das bei der Ente kaum gerade Stellen zu finden sind. Trotzdem hatte mein Mann Unterstützung von meinem Vater, der so lieb war zu helfen. Aber dann ging’s ans Werk!!!  Als ich nach meinem letzten Arbeitstag in der Woche, an einem Samstag, die Wandlungsstädte besuchte, glotzte mich da schon eine komplett blaue Ente an. Wahnsinn, was für ein leuchtendes Blau. Genauso wollte ich es auch haben. Da das Wetter an dem Wochenende unschlagbarheiß und gut war, konnte ich am Abend gleich meine Ente wieder nach Hause fahren. Stolz wie Gürteldirk ( Ein Spaßwort, meine Eigenkreation ! ),ging’s zurück nach Hannover... sogar in unserer Tiefgarage wo sonst ein blauer Beetle steht, durfte das Schmuckstück ausnahmsweise parken. Es sollte ja schließlich nicht irgend so ein blöder Depp am Auto gleich Blödsinn anstellen. Eine Woche verging bis ich nun zum Einsatz kam. Diese Woche hatte es allerdings für mich, in sich. Da gab es ein Gürteltier aus dem Dreamworks Film „ Der Weg nach El Dorado “ was unbedingt auf mein Auto wollte. Und das auch noch in den verschiedensten Formen. Angefangen hat es damit, das ich mir den Film anschaute und die Szenen aufschrieb, in denen dieses besagte Gürteltier mitspielt. Eigentlich ziemlich oft, wenn man bedenkt, das es nur eine Nebenrolle hat. Danach wurde eine Gürteltier – Vorauswahl getroffen, denn nicht jedes Gürteltier war für den späteren Aufenthaltsort geeignet. Am Schluß gab es 8Gürteltiere, die erst mal von mir von Farbe in eine Bleistiftzeichnung gebracht werden mußten. Welch’ Arbeit... ein ganzer Sonntag ging dafür drauf. Gleich am Montag ging’s dann zum nächsten Kopiershop der dann die Aufgabe hatte, mir die Gürteltiere wirklich riesig zu vergrößern. Jetzt kann ich das Geheimnis ja lüften... vielleicht habt Ihr’s ja auch schon geahnt... diese Gürteltiere sollten auf das frisch lackierte Entenauto. Nun fehlte nur noch eine Sache: Durchschlagmahdritzen. Kennt die überhaupt noch jemand von Euch? Man kann es auch als Durchpauschpapier bezeichnen. Früher als man noch in den Büros mit Schreibmaschinen schrieb, benutzte man dieses Blatt um einen Durchschlag vom Original während des Schreibens zu bekommen. Jedenfalls scheint es mittlerweileschwierig zu sein so was zu bekommen. In meinem Schreibwarenladen gab’s nur noch DIN A4 Reste, die ich gleich geplündert habe. Nach den Angaben der Verkäuferin, sollte es in Zukunft so was nicht mehr auf dem Markt geben. Kann ich ja auch verstehen, denn heutzutage kann man sich ja wirklich gleich mehrere Exemplare am Computer ausdrucken lassen. Für meine Zwecke wäre es allerdings tödlichgewesen. Zum guten Schluß besuchte ich noch eines unserer örtlichen Bauhäuserum Lackfarben zu kaufen. Wenigstens hier blieb alles beim Alten und man musste nicht groß suchen !! Und schon war Wochenende : endlich durfte ich mich kreativ an meinem Auto austoben.
Mein Mann hatte die Aufgabe die Stelle, die ich bemalen wollte, leicht anzuschleifen. Würde man das nicht machen, wäre vielleicht beim nächsten Regenguß oder auch bei der nächsten Autowäsche ( natürlich per Hand, denn wer fährt schon mit einer Ente freiwillig in eine Waschanlage ) die Farbe wieder runter. Danach kurze Lagebesprechung in welcher Höhe das Gürteltier später einmal verweilen sollte. War das geklärt, wurde die Stelle mit dem guten alten Durchpauschpapier beklebt. Das vergrößerte Gürteltier Original wurde dann auf die Lage geklebt. Ha, ich konnte loslegen ! Mit Kugelschreiber habe ich dann die Konturen durchgezeichnet. Ging eigentlich ziemlich gut und schnell. Man mußte nur darauf achten, das man nun auch alle Konturen durchgezeichnet hatte. Wenn nicht durfte man später noch einmal selbst Hand anlegen. PP... ist eben Persönliches Pech ! Wenn man den Schritt erledigt hatte durfte die ganze Papierarie weg und man konnte ein Gürteltier auf dem Lack erkennen. Knapp eine Stunde später, nachdem ich die vorgezeichneten Konturen mit einem dünnen Pinsel und mit schwarzer Lackfarbe gemalt hatte war es eindeutig... ein wirklichrichtiges Gürteltier auf blauem Grund war zu sehen. Das war aber eher der einfache Teil... nun mußte das Gürteltier Farbe bekennen, sprich Ausmalen war angesagt. Nicht immer leicht, denn oft gab es die winzigsten Stellen, die natürlich auch ausgemalt werden mußten. An diesem Wochenende hatte ich wirklichkräftige Hilfe von meinem Mann und meinem Vater. Am Ende konnten wir alle auf 3fertige Gürteltiere stolz sein. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich noch die Nächte durchgearbeitet um am Montag wirklich 8 Gürteltiere fertig zu haben. Da war aber nichts zu machen, wenn man bedenkt, das ich wirklich an jedem Gürteltier so meine 2,5 Stunden gemalt habe ohne die ganzen Vorarbeiten zu berechnen. Die neu angefangene Woche zog sich wie Kaugummi... ich fieberte dem nächsten Wochenende entgegen.

Das Wochenende kam, aber das Wetter machte mir quasi einen Strich durch die Gürteltiere, denn es war der heißeste Tag in diesem Sommer. Die Farbe ließ sich überhaupt nicht streichen. Sie war schongetrocknet, bevor ich sie überhaupt auf den Lack bringen konnte. Ich hatte zwar schon angefangen, aber ich merkte, das es keinen Sinn hatte und brach’ ab. Ein Tag war komplett verloren. Der Sonntag schien ähnlich zu werden. Was tun, wenn man nicht draußen arbeiten kann ? Man sucht sich einen Platz der kühl ist... und der wäre ? Unsere Tiefgarage !!! Hier war es wirklich herrlich kühl. Heute war ich auf mich allein gestellt, denn mein Mann ist Formel 1 Fan und wollte auch wegen den Gürteltieren kein Rennen verpassen. Also saß ich da unten ganz alleine mit Musik und malte 2 Gürteltiere im Akkord fertig. Nun waren es schon 5 Gürteltiere. Im Laufe der nächsten Woche fing ich an mir Gedanken zu machen. Zum Einen mußte meine Ente nun endlich einen Namen bekommen und zum Anderen war da eine Gürteltiervorlage, die mir noch nicht so ganz gefiel. Aber erstmal hatte der Name vorrang. Durch den Film „ Der Weg nach El Dorado “ wußte ich, das dieses Gürteltier den Namen BIBO hatte. Da schlug der Blitz über mir ein... warum nicht die Ente BIBO – Mobil nennen ? Da hatte die Ente nun Ihren Namenweg. Klasse ! Trotzdem blieb noch das Problem mit dem einen Gürteltier. Im Film schlingt sich das kleine gepanzerte Gürteltier um ein Pferdebein, aber wenn man nur dieses Pferdebein auf ’s Auto malt versteht das kein Mensch. Deshalb hatte ich bei meiner Vorlage einen Blumenstrauß in die freie Stelle gezeichnet. Irgendwie sahen aber die Stängel komisch aus, mir gefiel das so überhaupt nicht mehr. Da habe ich meinen Vater gebeten, der zeichnerisch auch gut begabt ist, mir etwas Schönes zu zaubern. Das hat er dann auch als Schmierzeichnung getan. Allein diese Vorabzeichnung hat mir schon so gut gefallen, das ich sie am liebsten so auf ’s Auto übertragen hätte, allerdings hätte das nicht zu den anderen Gürteltieren gepaßt... war eben ein anderer Stil. Bis Samstag Abend mußte ich allerdings noch damit warten. Denn da waren erst noch zwei Gürteltiere fertig zu stellen. Hat dann auch wie am Schnürchen geklappt... ich hatte ja nun auch schon jede Menge Übung. Nummer Acht stand nun auf der Abschußmalliste ! Es war nach der ganzen Malerei schon sehr spät, aber ich wollte doch unbedingt an diesem Wochenende mein Werk vollenden. Ich konnte meinen Vater dazu überreden, oder sollte ich sagen ich habe ihn solange genervt, bis wir zusammen die letzte Vorlage ins „ Reine “ brachten. Was soll ich sagen, aus dem Pferdebein wurde ja erst ein Blumenstrauß und nun wo es nochmal verändert worden war, kam da eine Gürteltier mit Bierflasche von feinstem GÜRTELBIER heraus. Der absolute Hit, und mehr als würdig, vorne auf der Motorhaube seinen Platz zu finden. Der Sonntag war gerettet ! Dies wurde dann meine längste Malaktion: ich habe mit dem Bier liebenden Gürteltier um12.00 Uhr Mittags begonnen und war entgültig um 17.30 Uhr fertig.

Was soll ich sagen, denn Eigenlob stinkt. Aber ich tue es trotzdem... das Auto sieht soooooooooooooooo gut aus. So was hat die Welt noch nicht gesehen. Die Mühe hat sich wirklich gelohnt denn mittlerweile ist das ganze Entenauto einrichtiger Blickfang geworden... die Leute drehen sich um, wahrscheinlich weil sie nicht wissen was das für ein Tier auf dem Wagen ist. Tja, ich wißt da jetzt Bescheid und solltet Ihr mal dieses Auto sehen, dann wißt Ihr, es ist das Bibo - Mobil und höchstwahrscheinlich sitzt die Ester mit Ihrem Gürteltier Tick hinter’m Steuer.

2005


Leider leider, kommt im Alter einer 2CV Ente die Zeit an dem Rost oder Rahmenbrüche Alltag werden. Als liebevoller Besitzer des Bibo Mobile muß man sich dann die Frage stellen, ob man sich die geradezu unaufhörlichen Reparaturkosten auf Dauer noch länger leisten kann. 2005 mußte die Vernunft über das Herz siegen und mir blieb nichts anderes übrig als Bibo schweren Herzens an eine freundliche Entenwerkstatt abzugeben. Bei der Abgabe war ich persönlich nicht dabei, ich hätte das nicht überlebt. Mein Mann hat Bibo beim Händler abgegeben und ausgeräumt ! Man versicherte ihm, das Bibo bei Gelegenheit wieder mit neuem Rahmen ausgestattet wird und sicher auch wieder auf die Straße kommt. Ein paar Monate stand Bibo dann bei der Entenwerkstatt vor der Tür. Doch auch die Werkstatt ging pleite und schloß seine Tore. Ein trauriges Ende für Bibo… wir wissen bis heute nicht ob Bibo wieder durch die Gegend düst. Solltet Ihr einmal diese blaue Ente mit den lustigen Gürteltieren irgendwo sehen, dann meldet Euch mal, wo sie aufgetaucht ist !!



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